Unterstellung der Käuflichkeit

Die Diskussion um die CityBahn und den Verkehr in Wiesbaden allgemein hat die Sachebene vielerorts längst verlassen. Der Weg zurück zum konstruktiven Dialog beginnt damit, die rhetorischen Tricks zu erkennen, mit denen Teile der Gegnerschaft agitieren. Wir stellen euch die häufigsten im Detail vor.

Eigentlich könnten wir die Unterstellung, wir würden für unser Engagement bezahlt, auch einfach als Kompliment annehmen: Die beste Homepage (sagt selbst die BI Mitbestimmung), die beste online-Arbeit (sagt auch die FDP Wiesbaden) und Flyer, die so gut sind, dass auch die ESWE Verkehr diese auf ihren Veröffentlichungen nutzte.

Es ist aber kein Kompliment, sondern Ausdruck einer perfiden Strategie. Denn: Wie kann das Engagement des Gegners am einfachsten entwertet werden? Richtig: Mit der Unterstellung, er würde für dieses Engagement bezahlt.

Wer gekauft ist, ist selbst schließlich nicht überzeugt. Wer bezahlt wird, dessen Argumente zählen nicht. Und wenn all die Straßenbahnbefürworter bezahlt würden, scheint das nicht nur deren Standpunkt zu entwerden. Es überhöht zugleich auch die gefühlte, eigene Legitimation der Straßenbahngegner – als einzig wahre Bürgerbewegung gegen einen steuerfinanzierten Propagandaapparat. David gegen Goliath.

Nur ist an dieser Behauptung eben nichts dran. Denn: Als BI Pro CityBahn bekommen weder der Verein noch unsere Mitglieder einen einzigen Cent für unser Engagement. Als gemeinnütziger Verein legen wir dafür gegenüber unseren Mitgliedern und dem Finanzamt Rechenschaft ab.

Eigentlich ist es ein Armutszeugnis, wenn Bürger sich nicht vorstellen können, dass die Gegenseite aus Überzeugung handelt. Gleichzeitig ist die Unterstellung der Käuflichkeit natürlich ein bequemer Ausweg, um sich mit den Argumenten und Meinungen der Straßenbahnbefürworter gar nicht erst auseinanderzusetzen.

Die Frage „Und wer bezahlt euch dafür, dass ihr das sagt?“ ist mittlerweile leider Standard an Infoständen und in Gesprächen. Die Unterstellung verfängt sich also bei den Straßenbahnkritikern. Dabei sind es gerade die Anti-Straßenbahn-Initiativen, die per Flugblatt vier- bis fünfstellige Spenden auf privaten Konten einwerben.


„Offenbar profitierten die Pro BI und Citybahn Anhänger auch von dem Kommunikationsnetz und den Millionen-Ausgaben.“

BI Mitbestimmung, 07. Oktober 2019


„Beachtlich mit welcher Scheinheiligkeit die „unabhängigen“ Vertreter und Anhänger der Pro Citybahn sich einerseits mit Informationen, Material, Aushängeschildern etc. versorgen, sogar zum Teil als Auftragnehmer der Citybahn selbst auf der PayRoll der Kommunikation stehen (…)“

BI Mitbestimmung, 08. Oktober 2019


„Erneut zeigen die Anhänger der € 2 Mio. Steuermittel Pro Citybahn Werbekampagne ihre akademische Lehre der ideologischen Einbahnstraße, auf Kosten anderer.“

BI Mitbestimmung, 02. Dezember 2019
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