Bäume für Biebrich

Die Bedeutung von Straßenbäumen lässt sich vor allem in Straßen erkennen, in denen keine stehen. Sie sind Schattenspender, verbessern das Mikroklima und die Luftqualität, wirken beruhigend und sind auch optisch ein echter Hingucker.

Update 12. November

Unser Baumkonzept bildete die Grundlage für einen Antrag der Linken im Ortsbeirat Biebrich. Allein das Auftauchen unseres Namens als Urheber des Baumkonzeptes sorgte für hitzige Diskussionen. Nachdem – hauptsächlich auf Wunsch der Biebricher CDU-Fraktion – diejenigen Fragen, die mit dem Bau der CityBahn zu tun haben, aus dem Antrag gestrichen wurden, hat eine hauchdünne Mehrheit des Ortsbeirates den Antrag angenommen. Sechs Pro-Stimmen kamen von Linken, Grünen, SPD, fünf Gegenstimmen von CDU und SPD. Eine Enthaltung gab es in den Reihen der CDU.

Kurzum: Der Ortsbeirat Biebrich beauftragt den Magistrat, unsere 63 konkreten Vorschläge für Neupflanzungen auf Machbarkeit zu prüfen und darüber hinaus weitere, konkrete Straßenzüge in Biebrich zu nennen, an denen es zu Neupflanzungen kommen kann.

Update 13. Oktober

Bei der ersten Vorstellung in der Praxis – beim Infostand der Biebricher Gewerbeausstellung – haben wir sehr viel konstruktives Feedback bekommen mitgenommen. Häufig tauchte die Frage auf, was das Baumkonzept aber mit der CityBahn zu tun hat. Die vorgeschlagenen Bäume (und viele weitere in Biebrich) lassen sich prinzipiell auch ohne CityBahn pflanzen. Wie sehen dennoch Überschneidungen an mehreren Punkten.

  1. Im Rahmen der Bauarbeiten der CityBahn müssen – leider – Bäume weichen. Wir haben uns die Wünsche und Bedenken der Anwohner, dass die Bäume möglichst in der unmittelbaren Umgebung wieder gepflanzt werden, zu Herzen genommen und daher dieses konkrete Konzept entwickelt. Wir wollen den Planungsprozess mit konkreten und konstruktiven Vorschlägen unterstützen.
  2. Die Frage nach Bäumen in Biebrich ist, wie in anderen, dicht besiedelten Stadtteilen, unweigerlich mit der Frage verbunden, wie viel Platz wir dem stehenden Verkehr zugestehen. Gerade in den heute baumlosen Straßen ist die Frage oft: Pflanze ich einen Baum oder erhalte ich einen Parkplatz. Die CityBahn als integraler Bestandteil der Verbesserung des Wiesbadener ÖPNVs leistet da ihren Beitrag, den Verkehr hin zum deutlich platzeffizienteren ÖPNV zu verlagern und damit dringend benötigten, öffentlichen Raum für andere Zwecke freizugeben.
  3. Bieten die Bauarbeiten für die CityBahn – so unangenehm sie für die Anlieger sein werden – die einmalige Chance, den gesamten Straßenraum grundlegend neu zu gestalten. Und genau in diesem Atemzug dürfen Fußwege, Radwege, Aufenthaltsflächen – und eben so viele Bäume wie möglich – nicht fehlen.

Bäume für Biebrich

Gerade in Baum-armen Vierteln wird – zurecht – um jeden Baum gerungen. Kein Wunder also, dass das Thema Bäume im Kontext der CityBahn besonders emotional diskutiert wird.

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Wilhelm-Tropp-Straße

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Stettiner Straße

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Rathausstraße

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Rathausstraße

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Mainstraße

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Mainstraße

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Elise-Kirchner-Straße

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Bunsenstraße

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August-Wolff-Straße

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August-Wolff-Straße

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Armenruhstraße

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Adolf-Todt-Straße

So gibt es in der Biebricher Kernstadt allein über drei Kilometer Straßen und Straßenabschnitte, auf denen kein einziger Baum steht. Am fehlenden Platz liegt es aber nicht – wie wir euch weiter unten zeigen.

Aber auch in den schon vorhandenen Alleen in Biebrich gibt es Lücken, die geschlossen werden können. Wir zeigen euch exemplarisch anhand ausgewählter Straßen, wo genau Bäume gepflanzt werden können. Wir haben in vier ausgewählten Straßen insgesamt 63 neue neue Bäume vorgesehen. Wir zeigen euch hier Auszüge – die komplette Bestandsaufnahme findet in der weiter unten verlinkten PDF-Datei.

Standorte der in diesem Konzept vorgeschlagenen Bäume. (Vollbildanzeige)

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Vermutlich lassen sich nicht alle dieser Bäume auch realisieren. Wer unbedingt will, wird zu jedem einzelnen Vorschlag ein „Ja, aber..“ finden. Wer sich dem Gedanken öffnet und mit offenen Augen durch Biebrich (oder andere Stadtteile) geht, wird viele Möglichkeiten für neue Bäume finden. Wenn wir den Mut haben und uns den Raum dafür nehmen. Die verwendeten und unten vorgestellten Quellen können dabei hilfreich sein.

Ein Blick auf die Karte hilft, Lücken zu erkennen – wie hier in der Straße der Republik zwischen Robert-Krekel-Anlage und Wilhelm-Tropp-Straße.

(Karte: Stadt Wiesbaden)

Lückenhafte Alleen

Biebrich verfügt schon heute über einige Alleen – die prominentesten beispielsweise die Straße der Republik oder die Breslauer Straße.

Doch in diesen Baumreihen gibt es Lücken. Einige sind offensichtlich beim Vorbeilaufen, andere fallen erst mit einem Blick von oben wirklich auf.

Da fehlen drei Bäume. Einen haben wir weggelassen, da dieser die Ausfahrt blockieren würde. Die anderen zwei können aber ergänzt werden.

Wir haben in den beiden betrachteten Alleen (Straße der Republik und Breslauer Straße) insgesamt 21 Lücken gefunden, die Platz für neue Bäume bieten – mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand realisierbar.

Baumlose Straßen

Viele Straßen in Biebrich sind aber auch komplett baumlos. Dass das aber nicht an der Gebäudestruktur liegt, wird an der Kreuzung Rathausstraße – Armenruhstraße offensichtlich.

Der Abschnitt der Armenruhstraße zwischen Rathausstraße und Schlosspark freut sich über insgesamt 16 Bäume. Zwischen Rathausstraße und Stettiner Straße steht hingegen kein einziger. Am Abstand der Häuser liegt es nicht – so liegen zwischen den gegenüberliegenden Gebäudezeilen in beiden Abschnitten gleichermaßen knapp 14 Meter.

Der Blick auf die Fotos zeigt es aber: es liegt in der Armenruhstraße (wie in anderen Straßen auch) an den beiseitigen, durchgehenden Parkplätzen. Hier müssen sich Anwohner und Lokalpolitik selbst fragen, was sie lieber wollen. Baumlose Straßen mit durchgehenden, beidseitigen Parkplätzen oder Straßen mit Bäumen, in denen man auch noch beidseitig parken kann – nur ist eben die Gesamtzahl an Parkplätzen reduziert.1)Alternativ ließen sich – falls die umgebenden Straßen es möglich machen – einige Straßen in Einbahnstraßen umwandeln. Der wegfallende, zweite Fahrstreifen in der Mitte böte dann genug Freiraum, die durchgehenden Parkplätze zu erhalten und dennoch Bäume zu pflanzen.

Mit Blick auf die einfache Faustformel „Ein Baum = ein Parkplatz“ lässt sich hier eine recht eingängige Abwägung treffen. Wir haben diesen Ansatz für die Armenruhstraße und für die Mainstraße durchgerechnet – und kommen so auf insgesamt 42 mögliche, neue Alleebäume in diesen Straßen.

Dieselbe Abwägung lässt sich für die anderen, baumfreien Straßen ebenso treffen: Rathausstraße, Stettiner Straße, die August-Laut- und die August-Wolff-Straße sowie auf Abschnitten der Bunsen-, Wilhelm-Tropp- und Adolf-Todt-Straße.

Eure Ideen

Wo konkret würdet ihr in Biebrich (oder anderen Stadtteilen) neue Straßenbäume pflanzen? Ab in die Kommentare damit!

Weiterlesen

Komplette Bestandsaufnahme und Vorschläge des Baumkonzepts in den vier ausgewählten Straßen. (PDF, 7,7 MB)

Quellen   [ + ]

1. Alternativ ließen sich – falls die umgebenden Straßen es möglich machen – einige Straßen in Einbahnstraßen umwandeln. Der wegfallende, zweite Fahrstreifen in der Mitte böte dann genug Freiraum, die durchgehenden Parkplätze zu erhalten und dennoch Bäume zu pflanzen.