14.12. Neue Straßenbahn für die größte Autofahrernation

Im Jahr 1947 fuhr die letzte Straßenbahn durch Oklahoma City (OKC), USA bevor sie dem großen amerikanischen Straßenbahnskandal zum Opfer viel. Damals wurden unter Führung des Automobilherstellers General Motors die Straßenbahnen in 45 amerikanischen Städten systematisch zerstört. Seit 1981 bauen US-amerikanische Städte wieder Straßenbahnen auf.

Heute, am 14. Dezember 2018, findet das Grand Opening der OKC Streetcar in Oklahoma City statt. Die Stadt feiert ein ganzes Wochenende und für die Bürger gibt es Freifahrten bis Anfang Januar. Danach kostet eine Fahrt 1,00 USD.

(Kool Cats Photography over 9 Million Views from Edmond, OK, USA, OKC Streetcar (38923640550), CC BY 2.0)

Die Strecke ist ein Rundkurs von 7.4 km Länge. Die Fahrzeuge des amerikanischen Herstellers Brookville Equipment Co ermöglichen einen barrierefreien Zugang, genauso wie alle 22 Haltestellen barrierefrei gestaltet sind. Rechts eine Rampe, links Treppen. Fahrradfahrer können sich über Fahrradhalterungen in der Straßenbahn freuen.

Die Straßenbahn kann kurze Strecken ohne Oberleitung fahren und nutzt in einer Unterführung die Energie aus einer Batterie. Übrigens, die Motor City Detroit eröffnete 2017 eine Straßenbahn! (/cs)

13.12. Altstadt und Straßenbahn Seite an Seite

Die Straßenbahn verbindet die Vorstädte und Wohngebiete mit der historischen Altstadt und durchquert dabei auch die stark frequentierte Fußgängerzone. Außerhalb der Altstadt verläuft die Strecke weitgehend getrennt vom Straßenverkehr.

Die Straßenbahn Erfurt besteht seit 1894 und hat mittlerweile ein Streckennetz von 45 km, worauf sechs Linien verkehren. Zusätzlich gibt es noch eine Stadtbuslinie. Der Grundtakt ist 10 Minuten, jedoch entsteht durch Linienüberlagerung für viele Haltestellen ein dichterer Takt.

Obwohl bereits zu DDR-Zeiten viele Neubaustrecken zur Erschließung großer Wohngebiete im Norden und Südosten der Stadt gebaut wurden, musste das Netz um 2000 nochmals erweitert werden, um den Anforderungen an eine moderne Straßenbahn gerecht zu werden. So wurde ein Wohngebiet neu erschlossen, mehrere Lückenschlüsse vollzogen und Linien im Außenbereich verlängert. Für die Zukunft ist die Anbindung des neu entstehenden Stadtviertels „ICE-City“ geplant. Außerdem wurden im Oktober 2018 neue, extralange Fahrzeuge in Auftrag gegeben, die bis zu 240 Personen befördern können.

Zwei Straßenbahnen in der Erfurter Fußgängerzone. Würden Sie mit Ihrem Kinderagen so dich an einer Hauptstraße oder befahrenen Busspur langlaufen?
(trams op de Anger flickr photo by Gerard Stolk ( vers Noël) shared under a Creative Commons (BY-NC) license )

Die Erfurter Straßenbahn schafft es dank der guten Verbindung von Wohn-, Freizeit- und Arbeitsplätzen, dass 17% aller Wege in Erfurt mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Der Busverkehr spielt dabei in Erfurt nur eine untergeordnete Rolle1)Obwohl die Erfurter Verkehrsbetriebe ähnliche viele Fahrgäste befördern wie die ESWE (EVAG: 51,1 Mio, ESWE: 55,0 Mio), braucht sie dafür – Straßenbahn sei Dank – nur einen Bruchteil soviele Busse (EVAG: 37 Busse, ESWE: 253 Busse) und dient der Feinerschließung im Außenbereich (nur 9% der Fahrgäste fahren nicht mit den Stadtlinien).

Insgesamt werden so 58% aller Wege im Umweltverbund (ÖPNV, Rad, Fußverkehr) bewältigt. Im ÖPNV-Kundenbarometer, das die Kundenzufriedenheit bei 39 Verkehrsunternehmen untersucht liegt, Erfurt fünf mal auf Platz eins und in der Gesamtwertung auf dem dritten Rang.

Die Pünktlichkeitswerte des ÖPNV sind – aus Wiesbadener Sicht – unvorstellbar. 95% aller Fahrten sind pünktlich2)Pünktlich: max. drei Minuten nach Plan. (/sw)

Quellen   [ + ]

1. Obwohl die Erfurter Verkehrsbetriebe ähnliche viele Fahrgäste befördern wie die ESWE (EVAG: 51,1 Mio, ESWE: 55,0 Mio), braucht sie dafür – Straßenbahn sei Dank – nur einen Bruchteil soviele Busse (EVAG: 37 Busse, ESWE: 253 Busse)
2. Pünktlich: max. drei Minuten nach Plan

12.12. Bahnsinnig verbindend

Die Straßenbahn in München, hier liebevoll Tram genannt, fährt seit 1876. Anfangs noch von Pferden gezogen gehört inzwischen zum Stadtbild wie Oktoberfest oder Marienkirche. Dabei sollten in den 70er Jahren die damals noch zockelnden und rasselnden Bahnen nach dem Willen der Stadtväter gänzlich stillgelegt werden, U- und S-Bahnen, ergänzt durch Busse, den Nahverkehr übernehmen.

Auf einer grünen Trasse durchfährt die Tram das Kunstwerk Mae West auf dem Münchener Effnerplatz.
(SuPperLot, Dr.-Ing. Siegfried Wetzel, MaeWestStrBahn1, CC BY-SA 3.0 DE)

Doch die Betroffenen ließen sich das nicht bieten, organisierten in Bürgerinitiativen Widerstand gegen die Abbaupläne und brachten gegen erheblichen Gegendruck den Stadtrat 1986 dazu, die Weichen auf Weiterfahrt zu stellen. Heute hat die Tram kaum noch Widersacher. In Zeiten von Autoverkehrskollaps und gerichtlichen Fahrverboten wird sie modernisiert und sukzessive weiter ausgebaut. Die Fahrgäste lieben sie als bequemen, ebenerdigen und raschen Zubringer, der gerade die Lücken zwischen den unterirdischen Hauptlinien füllt.

(Poudou99, Munich – Tramways – Septembre 2012 – IMG 7137, CC BY 3.0)

Das gelingt besonders effektiv mit den neuesten Vorhaben: Querverbindungen zwischen den sternförmig aus der Stadtmitte strebenden U-Bahn-Linien. Die sogenannten Tangenten – eine im Norden, eine im Westen – ermöglichen es den Tramnutzer*innen, einen Bogen von einem Stadtteil außerhalb des Zentrums direkt mit der Straßenbahn zu schlagen, statt erst zum innerstädtischen U-Bahn-Umstieg und dann wieder stadtauswärts zufahren.

Auf einem grünen Band verbindet Linie 23 die Münchner Freiheit mit Schwabing Nord. In den Stoßzeiten fährt sie alle sechs Minuten. Sieht gar nicht aus wie ein Verkehrsweg mit tausenden Fahrgästen täglich, oder?
(Poudou99, Munich – Tramways – Septembre 2012 – IMG 7579, CC BY 3.0)

Wie an den Außenlinien eines Wäschenetzes entlang kann man künftig die bequemste Fortbewegung auch direkt haben. Für diese Vorhaben werden auch komplett neue Trassen erschlossen und ausgebaut. Die Nordtangente soll künftig auch den Englischen Garten durchqueren. Nennenswerter Widerstand regt sich nicht dagegen. Dafür ist den Münchner*innen ihre Tram viel zu sehr ans Herz gewachsen. (/ph)

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11.12. Modern trifft Mittelalter

Gent, die Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern und Wiesbadens Partnerstadt, war durch den Tuchhandel im Mittelalter eine der bedeutendsten Städte Europas. Noch heute künden prächtige Gebäude wie die St.-Bavo-Kathedrale oder die Burg Gravensteen vom damaligen Reichtum. Die Altstadt bildet ein einzigartiges Ensemble und ist Fußgängern, Radfahrern und den öffentlichen Verkehrsmitteln vorbehalten.

Straßenbahn zwischen den Türmen von Sint-Niklaaskerk, Belfried und St.-Bavo-Kathedrale. Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahn kommen gut miteinander aus. (Foto: S. Kyrieleis)

Auch die Straßenbahn fährt durch das historische Zentrum, in dem sich auch die Einkaufszone befindet. Selbst in engen Gassen finden die modernen Bahnen Platz, ohne Fußgänger und den Radverkehr zu behindern. Der emissionsfreie Antrieb schützt die historischen Fassaden vor aggressiven Luftschadstoffen. Zudem sind die Straßenbahnen leise.

Wem der Weg von der Haltestelle zu seinem Ziel zu weit ist, der hält einen kostenlosen Elektrokleinbus an. Dieses Gefährt hält auf seinem Linienweg genau dort, wo es der Fahrgast will.

Der kostenlose Elektrobus hält auch zwischen den Haltestellen. (Foto: S. Kyrieleis)

Die Straßenbahn in Gent hat eine lange Geschichte und ist doch ein modernes zeitgemäßes Verkehrsmittel. 1875 fuhr sie zunächst als Pferdebahn und wurde 1898 auf Akkubetrieb umgestellt. Dieser erwies sich aber als störanfällig. Daher stattete man 1904 das Netz mit Oberleitungen aus. Heute setzt DeLjin, der Betreiber des ÖPNV, moderne Niederflurstraßenbahnen des Typs Bombardier Flexity 2 ein.

.Wegen ihres Aussehens nennt die Bevölkerung die Wagen „Albatros“. „De Ljin“ betreibt auch die Straßenbahnen in Antwerpen und an der belgischen Ostseeküste. Auch dort gelten die in Gent gültigen Fahrkarten. Mit Auto oder Eisenbahn ist Gent von Wiesbaden in 4,5 Stunden erreichbar und so ein lohnendes Ziel für eine Wochenendreise.  (/sk)

10.12. Von der Leine gelassen

Oberleitung wurde nicht aus dem Foto entfernt. Die 2007 neu eröffnete Straßenbahn von Nizza fährt tatsächlich auf der Linie 1 in Teilen der Innenstadt und auf der Linie 2 oberirdisch sogar vollständig ohne Fahrdraht. Eine spezielle Speichertechnik namens Ecopack macht es möglich, an den Haltestellen genug Ladung für die Weiterfahrt aufzunehmen. Auf dem Titelbild fährt Linie 1 über den Place Garibaldi. (/ws)

Trasse in Nizza: Oberleitungsfrei die Promenade entlang. (Le tramway de Nice flickr photo by Rodrigo_Soldon shared under a Creative Commons (BY-ND) license )
(Nice Tram flickr photo by A. Nothstine shared under a Creative Commons (BY-NC-ND) license )
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09.12. Drink and Drive

Eigentlich sollte es nur eine Abschiedsfahrt werden, um die letzten, zweiachsigen Straßenbahnen aus Frankfurt auszumustern. Aufgrund des enormen Erfolges fährt er nun aber seit vier Jahrzehnten: Der Ebbelwei-Expreß.

An Wochenenden und Feiertagen fahren die historischen Straßenbahnen im Halbstundentakt durch Frankfurt. Pro Runde eine Stunde, an Bord werden Apfelwein und Brezeln serviert, während draußen die Sehenswürdigkeiten vorbeifahren. Der Ebbelwei-Expreß ist Tradition bei Frankfurtern und Touristen– in knapp 40 Jahren zählten die kleinen Trams über 1,5 Millionen Fahrgäste.

Ebbelwei-Expreß am Frankfurter Zoo
Ebbelwei-Expreß am Frankfurter Zoo Foto: 20150829_4322.jpg flickr photo by Schaffner shared under a Creative Commons (BY-NC-ND) license

Was Frankfurt kann, könnte Wiesbaden auch: Im Depot der Mainzer Straßenbahnfreunde steht noch der Triebwagen 97, der bereits in den 50er-Jahren durch Wiesbaden fuhr. Diesen als Rundfahrt durch Wiesbaden fahren, an Bord wechselnde Winzerweine aus der Umgebung servieren. Dazu Spundekäs und Brezelchen und schon haben wir ein ganzjähriges, fahrendes, wetterunabhängiges Weinfest. Für eine ordentliche Rundfahrt bräuchte Wiesbaden allerdings mehr als eine Strecke – aber wer weiß, was die Zukunft bringt. (/ml)

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08.12. Mitten durchs UNESCO-Weltkulturerbe

Im November 1956 stellte die schottische Hauptstadt Edinburgh den Straßenbahnbetrieb ein. Ziemlich genau fünf Jahrzehnte später begann die Stadt damit, ein neues Straßenbahnnetz zu errichten. Die Route verläuft mitten durch den Stadtteil New Town – der gemeinsam mit dem Nachbarbezirk Old Town zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Princes Street, eine belebte Shoppingmeile. (Dr Neil Clifton, Edinburgh tram, Princes Street, 13 September 2014, CC BY-SA 2.0)

Historische Architektur und ein einmaliges Stadtbild prägen die Innenstadt Edinburghs. Ungeeignet für eine Straßenbahn? Mitnichten. Die Fahrzeuge wurden besonders geräuscharm konzipiert und so gestaltet, dass sie sich auch optisch gut einfügen. Auch das Ziel, durch den ÖPNV-Ausbau insgesamt weniger Fahrzeuge in der Innenstadt zu haben, ist dem Weltkulturerbe zuträglich. Auch deshalb verbindet die Tram auch die Innenstadt direkt mit dem Flughafen.

Zwei Bahnen am Saint Andrews Square (tramlife 04 flickr photo by byronv2 shared under a Creative Commons (BY-NC) license )

Getrieben vor allem durch die Wirtschaftskrise Ende der 2000er verzögerten sich die Bauarbeiten; auch wurde nur ein Teil des geplanten Netzes realisiert. 2014, sieben Jahre nach Baubeginn, folgte die feierliche Eröffnung. Bereits im folgenden Jahr lagen sowohl Fahrgastzahlen als auch Einnahmen deutlich über den Prognosen – eine Verlängerung der Bahn um weitere sieben Stationen daher bereits beschlossen. Seit Juni 2018 wird auch über einen weiteren Ausbau in den Vorort Musselburgh nachgedacht– die Einfallstraßen aus dem 22.000 Einwohner-Ort versinken täglich im Stau.

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07.12. Aarhus: bahnsinnige Steigerung

Seit dem 21. Dezember 2017 fährt im dänischen Aarhus (335 000 Einwohner) wieder eine Straßenbahn. Es ist das erste von drei Neubauprojekten in Dänemark, wo seit 1972 keine Straßenbahn mehr fuhr. Neben Aarhus wird in Odense (180 000 Einwohner) im Jahr 2020 und in Kopenhagen (610 000 Einwohner) im Jahr 2024 eine neue Straßenbahn eröffnet.

Haltestelle Universität. Bild: L1105 – (Universitetshospitalet, Skejby, 22.12.17)DSC_0633_Balancer flickr photo by Lav Ulv shared under a Creative Commons (BY) license

Nach etwa 100 Tagen liegt das Fahrgastaufkommen knapp 40 Prozent über dem Niveau, bei dem Strecke durch Bussen bedient wurde. Sechs Prozent der Fahrgäste verzichten auf die Fahrt mit dem Auto zugunsten der Straßenbahn. Die Immobilienpreise entlang der betriebenen sowie entlang geplanter Strecken ziehen laut ortsansässigen Immobilienmaklern bereits an.

Direkte Umstiegsmöglichkeit im Hauptbahnhof Foto: L1208 – (Aarhus H, 09.04.18)DSC_5387_Balancer flickr photo by Lav Ulv shared under a Creative Commons (BY) license

Die Aarhus Letbane ist als Stadt-Umlandbahn konzipiert und verbindet auf derzeit zwei Linien das Stadtzentrum von Aarhus mit den umliegenden Gemeinden. Weitere Streckenverläufe sind in Planung.

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06.12. Ihrer Zeit voraus

In grüner Hinsicht ist die sonnenverwöhnte Stadt im Breisgau dem Rest der Republik schon immer voraus. Während in den 60er Jahren allerorten die Stilllegung der bestehenden Linien forciert wurde und in Wiesbaden bereits vollzogen war, trieb Freiburg – gleichwohl auch gegen Widerstände vor Ort – Ausbau und Modernisierung seines Straßenbahnnetzes voran. Als die Einrichtung von Fußgängerzonen in Mode kam, verbannte die Stadt zwar den Autoverkehr aus der Gehmeile, nicht aber die Straßenbahn, die die Einheimischen liebevoll Hoobl nennen. Der Platz um den Bertoldsbrunnen in der Fußgängerzone ist bis heute der zentrale Knotenpunkt aller fünf Linien und zeigt anschaulich, wie die umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer sich den öffentlichen Raum einträchtig zu teilen vermögen. Die innerstädtische Streckenführung widerlegt übrigens auch den in Wiesbaden häufig vorgebrachten Einwand, eine Straßenbahn würde nicht in eine gewachsene Altstadt passen.     

Copyright Dr. Christopher Kleinheitz – Niederflurwagen der VAG unterwegs im autofreien Stadtteil Vauban auf Rasengleis

Ähnlich wegweisend war 1983, als andere Städte sich noch nicht vom Rennen um die autogerechteste Stadt lösen konnten, die Errichtung der Stühlingerbrücke, die einen großen Bogen zwischen zwei Stadtteilen über die Bahntrasse schlägt. Auch sie gehört von Beginn an ausschließlich Straßenbahnen, Radfahrern und Fußgängern, die von hier aus direkt auf die Bahnsteige gelangen. Doch die Stadtbahn geht auch in die Breite. Systematisch wurde das Liniennetz der Stadtbahn auf heute über 46 Kilometer erweitert, das nun auch Umlandgemeindenschnell und bequem mit der Stadt verbindet. 65 Prozent der Freiburger*innen wohnen in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle, Tendenz steigend.

Poudou99, Straßenbahn Freiburg Salzstraße, CC BY-SA 3.0

Auch was den Tarif betrifft, war Freiburg Vorreiter. 1984 beschloss der Stadtrat die Einführung der bundesweit ersten „Umweltschutz-Monatskarte“, mit einem Rabatt von einem Drittel. Die dadurch geringeren Einnahmen pro Karte wurden schlagartig wettgemacht durch einen Anstieg der Fahrgastzahlen um zwölf, im Jahr darauf bereits um 23 Prozent, die der Stadtbahn ein sattes Plus bescherten. Das Modell machte daraufhin Schule im ganzen Land. In der Zwischenzeit haben sich die Passagierzahlen der Stadtbahn auf aktuell rund 80 Millionen Fahrten pro Jahr schon beinahe verdreifacht.

Die Straßenbahn Freiburg durchfährt einige, enge Abschnitte. Hier: das Schwabentor. Smiley.toerist, Tram door poort in Freiburg, CC BY-SA 4.0

Investitionen in die Freiburger Straßenbahn kommen der Stadt also unmittelbar zugute und zahlen sich indirekt auch im Stadtsäckel aus. Zum Erfolg der Stadtbahn trägt sicher auch die stets zukunftsweisende Technik bei. So gehörte Freiburg zu den ersten drei Städten mit Niederflurbahnen. All das hat dazu beigetragen, dass in der Verkehrsnutzung der öffentliche Nahverkehrheute mit dem Anteil der Autoeigennutzung bereits gleichzieht. Wohingegen in Wiesbaden, einer Stadt vergleichbarer Größe, der Nahverkehrsanteil gegenüber dem Autoverkehr gerade einmal etwas mehr als die Hälfte ausmacht.  (/ph)

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05.12. Auf der Insel geht’s bergauf

Die neu gebaute und 2007 eröffnete Straßenbahn auf Teneriffa verbindet derzeit die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife mit der Universitätsstadt San Cristobal de La Laguna. Dabei überwinden die bunten Triebwagen der Linie 1 auf 12,5 km einen Höhenunterschied von 600 Metern.

Seit Mai 2009 verkehrt die Linie 2 auf der drei Kilometer langen Strecke von La Cuesta nach Tíncer. Erweiterungen sind geplant.

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